Cut and Run

Inhalt:

Nachdem rätselhafte Ritualmorde an Drogendealern aufgedeckt wurden, machen sich die Reporterin Fran Hudson (Lisa Blount) zusammen mit ihrem Kameramann auf den Weg in den Dschungel Südamerikas, um dort eine Top-Story zu finden. Nebenbei sollen die beiden noch den vermissten Sohn (Willie Aames) eines Ex TV Moguls finden. Im Dschungel angekommen werden die beiden von Gewalt und brutal zugerichtet Leichen empfangen. Jemand spielt ein unfaires Spiel um Drogen und Macht.  In der grünen Hölle regiert nicht nur die Angst, sondern auch der totgeglaubte Colonel Brian Horne (Richard Lynch). Ein Interview mit dem Colonel soll Klarheit bringen, doch es wird ein Kampf auf Leben und Tod!

    Wissenswertes

  • Der Film basiert auf einem Drehbuch von Wes Craven mit dem Titel „Marimba“. Nachdem der Film keine Finanzierung gefunden hatte, gaben die Produzenten das Skript nicht an Craven zurück. Daraus entstand dann Cut and Run.
  • Die Produzenten wollten, dass Ruggero Deodato eine Fortsetzung zu Cannibal Holocaust dreht. Deodato lehnte ab und drehte stattdessen Cut and Run.
  • Deodato verlangte in einer Szene das Michael Berryman knapp fünf Stunden im Wasser stehen sollte. Die Einheimischen, welche als Komparsen genutzt wurden machten sich Sorgen. Als Berryman Deodato fragte, ob es eventuell gefährliche Tiere im Wasser gäbe, antwortete Deodato mit „Nein“. Nachdem Berryman aus dem Wasser gekommen war, fand er heraus, dass es elektrische Aale im Wasser gab, daraufhin schnappte er sich Deodato und warf diesen ins Wasser.
  • Willie Aames konnte sich bis 2017 den Film nicht ansehen. Zwar verband er gute und schlechte Erfahrungen damit, aber waren trotz des großen Respekts vor Regisseur Deodato die Dreharbeiten zu traumatisch.
  • Cut and Run ist der einzige Kannibalen Film ohne Kannibalen.
  • In der Szene als eine der Figuren in zwei Hälften gerissen wird, wurden die Schweineinnereien für diese Szene 2-3 Tage vorher dort präpariert. Willi Aames bat Deodato darum, dass er nichts davon abbekommt. Als der Take dann gedreht wurde, spritze Aames alles ins Gesicht. Vor lauter Wut rannte er auf Deodato zu, um ihn zu verprügeln, worauf hin Deodato im Dschungel verschwand. Erst die Crew konnte die Situation wieder beruhigen.
  • Willie Aames, Michael Berryman und Richard Lynch standen sich während des Drehs sehr nahe, da sie alle miteinander herumhingen. Aames und Lynch wurden waschechte Saufkumpane und teilten Geschichten über das alte Hollywood. Lynch gab während dieser Zeit Aames den Rat, sein Leben zu ändern. Berryman und Aames sind bis heute enge Freunde.

Entertaining as Hell

Cut and Run ist auf seine Weise ein ganz spezieller Fall von Anpassung an andere Märkte. Während im europäischen Raum, insbesondere Italien größtenteils die härtere Fassung vertreten ist. Wurde anfangs in Amerika und Deutschland nur die softere Abenteuer/Action Fassung vertrieben, besonders unglücklich hat es da einmal wieder die deutsche Fassung erwischt, die noch zusätzlich zensiert wurde. Aber wer jetzt denkt, schlimmer gehts nicht, der sollte einen Blick auf die australische VHS werfen, denn diese wurde noch stärker zensiert als die deutsche Fassung. Im Großen und Ganzen hat es CUT and Run bis auf Italien nirgendwo wirklich leicht gehabt. Allerdings muss auch gesagt werden das Cut and Run zu seiner Zeit wirklich extrem hart anzusehen war. Da die Nachfrage nach der unzensierten Fassung mit allen Goreszenen sehr hoch war, ließen es sich verschiedenste Bootleg Firmen und ASTRO nicht nehmen, den Film unzensiert zu veröffentlichen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns also mit den deutschsprachigen VHS Auflagen aus dem In und Ausland!

 

Die VHS Editionen

Zuallererst beginnen wir natürlich mit der deutschen VHS Erstauflage von Vestron Video International aus dem Jahre 1987. Um es gleich vorweg zu nehmen: sicherlich ist die darauf aufgespielte Fassung nicht das wirklich wahre, obwohl der Film als Abenteuerfilm tatsächlich auch hier noch funktioniert, doch muss gesagt werden, dass diese VHS ein optisches Highlight und die Qualität der Fassung ebenfalls die Beste von allen VHS Edition ist. Das Tape wurde 1987 auch prompt auf den Index gesetzt. Im jahr 2012, fristgerecht nach 25 Jahren, wurde der Film dann endlich vom Index genommen. Das Bildformat ist Open Matte, bietet gute Kontraste und gute Farben.

Unter dem Titel „Amazonia“ erschien Cut and Run zum ersten Mal als Bootleg von GMT. Die darauf enthaltene Version scheint eine Kopie der italienischen Kinorolle zu sein. Das Bild hat viele farbliche Schwankungen und der italienische Originaltitel erscheint zu Beginn des Filmes. Hierbei handelt es sich um die härtere Fassung, im original Kinoformat und besitzt Stereoton.

Etwas später erschien dann von Gore Classics Luxemburg eine weiteres Bootleg in einem kleinen Einleger. Das Besondere an dieser Edition ist das grüne VHS Tape. Der Film ist hier im Vollbild Format und bietet ebenfalls die unzensierte „Hard-Gore“ Fassung.

Kurz vor dem Millennium 1999 erschien dann über Astro eine lizenzierte VHS Edition. Somit war der Film zum ersten Mal in deutscher Sprache legal erhältlich. Leider war die Qualität dieser Auflage sehr schlecht und verfügte über einen ziemlichen Grünstich. Wie auf dem Cover angegeben handelt es sich auch tatsächlich um die harte Exportfassung mit allen Goreszenen. Damals war dieses Tape eine kleines Schätzchen!

 

Bildvergleich

 Hier zeige ich euch anhand eines Szenenbildes die unterschiedlichen Qualitäten der einzelnen VHS Editionen:

VESTRON:

GMT:

Gore Classics

Astro:

Als Kontrast zeige ich euch noch von diesen beiden DVD Editionen einen Bildvergleich:

CMV

 

Blood Edition

Fazit:

In der grünen Hölle ist der Teufel los! In Cut and Run gibt es alles was zu einem guten Kannibalenfilm gehört: Dschungel, Indios, gefährliche Tiere, Kanni…., ach nein, da war ja was. Es gibt keinen einzigen Kannibalen in dem Film, aber dafür recht harte Splattereffekte und eine dreckige Atmosphäre. Bei der Masse an gezeigten Gräueltaten ist es verwunderlich das der Film nun, nach einer Neuprüfung, komplett unzensiert ab 18 bei uns in Deutschland freigegeben ist. Die aktuelle Bluray und DVD von CMV bietet Top-Bild und eine kleine aber feine Auswahl an Extras. Sieht man sich die alten VHS Auflagen und auch die alte Blood Edition DVD an war eine Neuveröffentlichung auch dringend nötig. Die DVD der Blood Edition gehört zu einer der größten Frechheiten was den DVD Sektor betrifft. Die Qualität dieser Scheibe ist schlechter als die der Astro VHS, welche wahrscheinlich als abgenudeltes Master dafür Pate stand. Wer auch immer das verbrochen hat, sollte Heute noch vom Steg auf einen Baumstumpf geworfen werden! Leider gibt es keine Auflage des Filmes, die mit beiden Version, die harte und softe Variante, bestückt ist. Hier wäre ein Mediabook, inkl. Soundtrack und beiden Versionen als Bluray wirklich lohnenswert. Diese würde, im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen, auch Sinn ergeben. Vielleicht erbarmt sich ja Capelight oder Koch doch noch einmal!? Bis dahin macht aber niemand etwas mit den neuen CMV Scheiben falsch!

 

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