HELLRAISER

Inhalt:

Kirstys Vater zieht mit ihrer Stiefmutter in das alte Haus seiner Kindheit. Kurz vorher hat sein Bruder Frank noch in dem Haus gelebt, doch bei ihrer Ankunft ist er verschwunden. Was niemand weiß ist das Frank die Mächte der Hölle beschworen hat und sich seinen Weg zurück in die irdische Welt gebahnt hat. Nun ein Monstrum, dass auf dem Dachboden nach menschlichem Blut giert, macht Frank Julia zu seinem Werkzeug, die ihm bereitwillig Opfer darbringt. Kirsty, die ihre Stiefmutter Julia ohnehin nicht sonderlich leiden kann, bemerkt bald, dass nicht nur etwas mit dem Haus nicht stimmt, sondern das sich Julia auch sehr sonderbar verhält. Was keiner weiß, Frank ist auf der Flucht und die Kreaturen der Hölle sind auf dem Weg!

„What a Woman will do for a good Fuck“

Nachdem die Romanadaptionen von Clive Barkers Underworld und Rawhead Rex als, gelinde gesagt, Vollkatastrophen endeten, hatte der gute Clive die Nase voll, und übernahm bei seiner nächsten Adaption selbst die Regie. Unter dem Titel Hellraiser verfilmte er seinen Roman The Hellbound Heart. Anfangs wollte Barker den Film noch unter dem Buchtitel veröffentlichen aber die Produzenten fanden es klänge zu sehr nach einer Schnulze. Barker machte ihnen den Vorschlag den Film „Sadomasochists from Beyond the Grave“ zu nennen, was aber zu sexistisch klang.  Daraufhin schlug er dem Produktionsteam vor, einige Ideen für den Filmtitel zu sammeln. Eine 60-jährige Dame aus der Crew sagte daraufhin. „What a Woman will do for a good Fuck“. Der Rest ist Geschichte.

In West-Deutschland lief Hellraiser am 03. März 1988 in den Kinos an. Im selben Jahr erschien er auf VHS und war, wie bereits im Kino, nur zensiert erhältlich. Im Februar 1989 landete er, wie ziemlich alles zu der Zeit auf dem Index. Genau 30 Jahre später, 2018, kam Hellraiser von Turbine noch einmal ins Kino, mit remastertem Bild und komplett unzensiert.

Der Vergleich

Turbine veröffentlichte im Jahr 2018 den Film erstmal komplett unzensiert und frei ab 16. In der sog. Black Box stecken die ersten drei Hellraiser Filme als Mediabook im VHS Retro Design. Und genau damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel, die alte VHS Erstauflage und das Mediabook!

Hier sehen wir auf der linken Seite die VHS als Hartbox und rechts befindet sich das Mediabook. Turbine hat versucht das alte Design auf dem neuen Medium nachzubauen. Leider ist ihnen das nur bedingt gelungen. Die Einzelheiten wie die Credits und die Filmklappe wurden einfach weggelassen. Gerade bei der Filmklappe hätten die Jungs sich noch was Witziges einfallen lassen können. Beim Label hat es ja auch geklappt. Das Ganze ist nun farbechter aber viel zu dunkel. Die ganzen Details von Pinhead und besonders dem Brustbereich sumpfen durch den schlechten Kontrast- und zu hohem Schwarzwert völlig ab.

Positiv ist, dass das Bild auf dem Mediabook wesentlich mehr Bildinformationen erhält. Besonders auf der rechten Seite ist mehr vom Hintergrund zu erkennen. Zumindest, wenn sie nicht in der Dunkelheit verschwinden.

Der Spine des Mediabooks beinhaltet die nötigsten Informationen und ist vom alten Design sehr weit entfernt. Trotzdem wirkt diese, eben durch seine Reduktion sehr edel. Ob man Pinhead unten noch gebraucht hätte, wage ich zu bezweifeln.

Auf der Rückseite wurde wiederum alles Richtig gemacht. Damals waren die Szenenbilder der VHS Box teilweise überstrahlt, gelb stichig und dadurch ausgefressen. Beim Anpassen wurde wahrscheinlich alles gleichmäßig bearbeitet aber dabei vergessen, dass die Frontseite eventuell darunter leidet. Zumindest vermute ich das aber es wird sicherlich noch andere Gründe haben.

Im Detail ist gut zu erkennen dass die Szenenbilder auf dem Mediabook (rechts) schärfer, farbechter sind und nun den original Bildausschnitt zeigen. Wie man oben im Bild erkennen kann hat Turbine sogar die alte Seriennummer als Gimmick mit eingefügt. Diese Nummer hatten die ersten Hellraiser VHS Hartboxen.

Und hier sehen wir wieder wie sich das Medium im Lauf der Jahre verändert hat.

Fazit:

Hellraiser schlug bei den Genrefans ein, wie eine Bombe. Mit Pinhead bekam das filmische Universum ein neues, mit Nägeln bestücktes Gesicht. Weltweit wurde Clive Barkers Roman Adaption gefeiert. Durch die einzigartige Mischung aus sexuell aufgeladener Grundstimmung und den bluttriefenden Schocks entstand ein nie dagewesenes Meisterwerk, das bis heute einzigartig, in seiner Tonalität ist.

Die Black Box von Turbine ist inhaltlich das Non plus Ultra für jeden Filmsammler und Hellraiser Fan. Von dieser Seite aus und mit den neuen 4k Abtastungen hat Turbine ein waschechtes Highlight geschaffen. Für mich als Sammler gibt es momentan nicht besseres als diese Box. Hier und da sind vom Design her ein paar Abstriche zu machen aber im Großen und Ganzen gibt es fast nichts auszusetzen. Eine ganz klare Kaufempfehlung!

P.S. Der Vergleich von Teil 2 kommt in Kürze!